Krankheiten und Erkrankungen beim Baby

Auch wenn Neugeborene und Babys relativ selten mit Krankheitserregern in direkten Kontakt kommen, gehören Krankheiten, Beschwerden und Wehwehchen im ersten Lebensjahr dazu. Doch leider können die Kleinen uns noch nicht sagen was ihnen fehlt und sich lediglich mit Schreien bemerkbar machen, dass es ihnen nicht gut geht. Deshalb müssen Eltern auch auf die kleinsten Anzeichen achten, um herauszufinden, welche Probleme ihr Baby hat. Im Folgenden finden Sie die ersten Anzeichen von typischen Babykrankheiten bzw. -beschwerden.

Nestschutz in den ersten Wochen nach der Geburt

Während das Neugeborene im Mutterleib noch vor Angriffen von Viren und Bakterien geschützt war, muss der kleine Körper nun lernen, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Allerdings gibt ihm der sogenannte Nestschutz dabei eine Starthilfe. Netzschutz bedeutet, dass die Mutter in den letzten Wochen vor der Geburt einen Teil ihrer Abwehrstoffe an ihren Säugling überträgt. Dies geschieht über die Plazenta und die Nabelschnur. Das Baby besitzt diesen Schutz bis sein eigenes Immunsystem aufgebaut ist. In der Regel sind das die ersten sechs bis neun Monate. Der Nestschutz ist demnach nur geliehen, deshalb spricht man auch von einer Leih-Immunität. Jedoch lässt dieser schon nach zwei bis drei Monaten deutlich nach, weshalb auch Säuglinge vor Krankheiten nicht gefeit sind. Zudem kann der Nestschutz das Baby nur vor den Krankheiten schützen, die die Mutter selbst aktiv durchgemacht hat oder gegen die sie geimpft wurde. Gegen bakteriell verursachte Kinderkrankheiten (wie z. B. Scharlach) ist der Nestschutz grundsätzlich wirkungslos.

Baby krank trotz stillen

Auch durch die Muttermilch erhält der Säugling Abwehrstoffe und Antikörper der Mutter, welche ihn vor Krankheiten schützen können. Abwehrstoffe sind z. B. probiotische Milchsäurekulturen, die zu einer gesunden Darmflora beitragen. Sie besiedeln den Darm und verhindern dort die Ausbreitung krankmachender Keime. Dies ist sehr wichtig, denn im Darm befindet sich 70 Prozent des Immunsystems. Doch, auch wenn das Kind durch die Muttermilch gut geschützt ist, befindet sich das Abwehrsystem noch im Entwicklungs- und Wachstumsprozess. Die Immunabwehr ist einfach noch nicht so stark wie bei älteren Kindern oder Erwachsenen. Daher sind Erkältungen, Fieber oder Pseudokrupp nichts Ungewöhnliches im Babyalter.

Krankheiten stärken und trainieren das Abwehrsystem

Krankheiten und andere Beschwerden sind zwar nichts schönes, besonders bei Säuglingen, aber trotzdem haben diese auch was Gutes: Denn jede durchgemachte Krankheit oder jede Impfung mit neuen Erregern trainiert das Immunsystem und macht es stärker. So kann sich die körpereigene Abwehr mit der Zeit immer besser gegen Viren und Bakterien zur Wehr setzen. Allerdings werden noch viele „Trainingseinheiten“ nötig sein, bis das kleine Immunsystem auf eigenen Beinen steht. Denn in der Regel sind jährlich bis zu zehn meist harmlose Infekte bei Kindern unter sechs Jahren ganz normal.

Babykrankheiten erkennen - Auf Körpersignale achten!

Ob der Nachwuchs nun krank ist oder nur quengelt, weil er Hunger hat oder müde ist, lässt sich gerade im Säuglingsalter meist schwer feststellen, da sich Babys nicht verständigen können und ihre Bedürfnisse grundsätzlich durch Weinen oder Schreien äußern. Umso mehr müssen Eltern bereits auf kleine Verhaltensänderungen achten:

  • Schreit das Kind ungewöhnlich viel oder zu ganz bestimmten Tageszeiten?
  • Lässt es sich durch nichts beruhigen?
  • Reagiert es schmerzempfindlich, wenn es an einer bestimmten Körperstelle berührt wird?
  • Schläft es außergewöhnlich viel (mehr als sonst)?
  • Fühlt es sich wärmer an?
  • Trinkt es schlecht bzw. isst es weniger?

All dies könnten Warnsignale sein. Und dann muss umgehend gehandelt werden. Aber keine Sorge, mit der Zeit lernen wir unser Baby immer besser kennen und können Körpersignale richtig deuten und Krankheitsanzeichen ohne Probleme feststellen.

Auf Nummer sicher gehen - Wann ist ein Arztbesuch nötig?

Im ersten Lebensjahr sollten Eltern immer mit Ihrem Nachwuchs zum Kinderarzt gehen, wenn ihnen das Verhalten des Sprösslings seltsam vorkommt bzw. sie sich unsicher sind. Zudem gilt, je jünger das Baby ist, desto früher sollte ein ärztlicher Rat eingeholt werden. Zwar sind die meisten Krankheiten und Erkrankungen im Säuglingsalter relativ harmlos und bleiben ohne Folgen, trotzdem leiden die Kleinen darunter.

Einen Kinderarzt sollte man im Babyalter aber in jeden Fall aufsuchen, wenn:

  • das Baby über 38,5 Grad Fieber hat bzw. hohes Fieber länger als 48 Stunden anhält
  • der Säugling die Nahrung verweigert (nichts mehr trinkt)
  • das Baby erbricht oder Durchfall hat
  • sich die Symptome verschlimmern

Zusätzlich lässt sich aber auch mit der Hilfe der Hebamme frühzeitig schon viel dafür tun, dass es dem Neugeborenen schon bald besser geht.

Die folgende Auflistung zeigt die häufigsten Babykrankheiten und Beschwerden im Babyalter:

Neugeborenengelbsucht

Zwei oder drei Tage nach der Geburt bekommen circa 60 Prozent aller Kinder, die voll entwickelt zur Welt kommen, eine Neugeborenengelbsucht. Frühchen erwischt es sogar noch häufiger. Etwa 80 Prozent der Frühgeborenen entwickeln zwischen den fünften und den siebten Tag nach der Geburt eine Gelbsucht. Grundsätzlich ist diese relativ harmlos und verschwindet bei termingerechten Kindern nach einer Woche wieder. Bei Frühchen  kann es schon mal bis zu zwei Monate dauern, bis alle Symptome verschwunden sind.
Eine Neugeborenengelbsucht entsteht, wenn zu viel Bilirubin (Gallenfarbstoff) im Blut ist. Während der Schwangerschaft bekommt das Ungeborene den Sauerstoff über das Blut der Mutter, wofür es viele Sauerstoffträger (rote Blutkörperchen), welche das Bilirubin enthalten, benötigt. Nach der Geburt atmet das Baby allein und braucht nicht mehr alle roten Blutkörperchen. Da das Bilirubin beim Abbau in einer wasserunlöslichen Form freigesetzt wird, muss die Leber es erst umbauen, damit es ausgeschieden werden kann. Ist dann zu viel Bilirubin vorhanden, kann es schnell zum Stau vor der Leber kommen, wodurch das Bilirubin noch weiter ansteigt. Durch diese massive Steigerung des Bilirubin-Wertes kommt es zur Gelbsucht, welche sich vom Kopf über den Nacken, die Brust bis hin zu den Zehen (in akuten Fällen) ausbreitet. Allerdings ist die Neugeborenengelbsucht nicht gefährlich (im Gegensatz zu anderen Formen der Gelbsucht).

Dreimonatskolik

Dreimonatskoliken stehen eher für einen Zustand bzw. eine Regulationsstörung während der ersten drei Lebensmonate. Sie beschreiben ein exzessives Schreien bzw. anfallsartige Schreiattacken und starke Unruhe eines gesunden Babys. Meist finden diese Attacken nach den Mahlzeiten oder in den Abendstunden statt. Als wahrscheinlichste Ursache gilt das noch unausgereifte Verdauungssystem von Säuglingen was zu Beschwerden wie Blähungen und Bauchschmerzen führt. Säuglinge die unter einer Dreimonatskolik leiden, werden auch Schreibabys genannt. Jedoch spricht man von einem Schreibaby erst, wenn das Schreien mindestens drei Stunden täglich, an mindestens zwei Tagen in der Woche und über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen anhält. Weitere Merkmale, die ein Schreibaby von einem weniger schreienden Baby unterscheiden: geballte Fäuste und stark gerötetes Gesicht während des Schreiens, aufgeblähter Bauch, der Säugling zieht die Beinchen an, überstreckt eventuell den Kopf nach hinten und lässt sich auch nicht durch Herumtragen beruhigen.
Eine Dreimonatskolik selbst ist ungefährlich und klingt, wie der Name schon verrät, nach den ersten drei Lebensmonaten von alleine wieder ab. In seltenen Fällen kann dieser Zustand aber auch bis zu einem Jahr anhalten.

Drei-Tages-Fieber

Die durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit (Virus aus der Herpesgruppe Typ 6) betrifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Diese sogenannte „Sechste Krankheit“ ist zwar  hoch ansteckend, jedoch meistens recht harmlos und heilt von selbst wieder ab. In der Regel beginnt das Drei-Tage-Fieber, wie der Name schon sagt, mit drei Tage lang hohem Fieber (bis zu 40°C) und endet mit einem kleinfleckigen Hautausschlag, welcher auch über ein paar Tage besteht. Sobald der Ausschlag auftritt ist das Kind nicht mehr ansteckend. Im Normalfall ist die Infektionskrankheit nach einer Woche ausgestanden, allerdings gibt es auch Fälle in denen die Symptome länger andauern bzw. ein Hautausschlag gar nicht auftritt.  Die Behandlung des Drei-Tage-Fiebers richtet sich ausschließlich der Linderung der Beschwerden.

Fieberkrampf

Ein Fieberkrampf macht sich meist im Rahmen eines fieberhaften Infekts bemerkbar und tritt bei Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren auf, wobei dieser bei 1 ½ jährigen Kleinkindern am häufigsten vorkommt. Circa vier Prozent aller Kinder erleiden einmal im Leben einen Fieberkrampf, wobei das Fieber schnell über 39°C ansteigt. Solch ein Krampf tritt als eine Art epileptischer Anfall auf und zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Das Kind ist kurze Zeit bewusstlos, es ist nicht mehr ansprechbar und reagiert nicht.
  • Starrer Blick des Kindes bzw. Verdrehen der Augen.
  • Das Kind hält den Atem an und die Lippen werden blau.
  • Gelegentliche Zuckung der Gliedmaßen oder der Gesichtsmuskeln.
  • Nach Krampfende erschlafft das Kind, Bewusstsein und Hautfarbe normalisieren sich.

In der Regel sind diese Fieberkrämpfe bei Kleinkindern harmlos und hören nach nur wenigen Minuten von selbst wieder auf.

Babyerkältung (Husten, Schnupfen, Fieber)

Erkältungen können nicht nur ältere Kinder oder Erwachsene bekommen, sondern auch Babys. Laut Experten erleidet jedes Kind in den ersten beiden Lebensjahren mindestens zehn Erkältungen pro Jahr. Ein Babyschnupfen oder -husten sollte jedoch nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn Säuglinge haben noch sehr enge Atemwege und sind das Atmen durch den Mund nicht gewohnt. Deshalb fällt es ihnen besonders schwer mit verstopfter Nase zu trinken, essen oder zu schlafen, da hier meist der Schnuller noch zusätzlich für eine Atembehinderung sorgt. Typisch für eine Erkältung beim Baby sind laufende oder verstopfte Nase, Husten, Halsschmerzen, Appetitlosigkeit, geschwollene Lymphknoten (am Hals, im Nacken und unter den Achseln), Reizbarkeit und Fieber (bis zu 39°C). Im Normalfall ist eine Babyerkältung nach etwa zehn bis vierzehn Tagen ausgestanden. Bis dahin gibt es viele Möglichkeiten, wie Eltern ihren Kleinen die Beschwerden erleichtern können. Dauern die Beschwerden allerdings länger an oder leidet das Baby spürbar stark, ist ein Besuch beim Kinderarzt notwendig.

Pseudokrupp

Pseudokrupp tritt besonders bei Säuglingen und Kleinkindern im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren auf, ist jedoch nicht ansteckend. Die durch Viren verursachte Krankheit ist charakterisiert durch anfallartig auftretenden und bellenden Husten, der bevorzugt nachts auftritt. Durch Schleimhautentzündungen und -schwellungen im Bereich des Kehlkopfes bekommen die Kinder nur sehr schlecht Luft. Auch krankhafte Atemgeräusche (sogenanntes Pfeifen) sind ein typisches Merkmal. Bei  schwerem Pseudokrupp mit Atemnot sollte der Notarzt gerufen werden.

Mittelohrentzündung bei Babys

Eine Mittelohrentzündung bei Babys tritt meist in Verbindung oder nach einer Erkältung auf und lässt sich für den Laien nur sehr schwer erkennen, weshalb bei Verdacht immer ein Kinderarzt aufgesucht werden sollte. Zwar können häufiges Anfassen der Ohren, vermehrtes Liegen auf der schmerzenden Seite sowie Ausfluss aus den Ohren Anzeichen für eine Mittelohrenzündung sein, aber manche Babys zeigen auch nur normale Erkältungssymptome. Da eine Mittelohrentzündung durch Bakterien ausgelöst wird, welche über die Atemwege ins Mittelohr gelangen, können diese mit dem gezielten Einsatz von Antibiotika bekämpft werden.

Bindehautentzündung bei Babys

Bei Babys und Kleinkinder ist eine Bindehautentzündung keine Seltenheit, denn verschmutzte Händchen, Staub oder Blütenpollen gelangen schnell mal in die Augen. Auch der Verschluss der Tränenwege durch verengte Tränenkanälchen kann eine Ursache sein. Typisch für eine Bindehautentzündung sind z. B. die Absonderung eines gelb-grünlichen Sekrets, verklebte Augen (vor allem nach dem Schlafen), rote und tränende Augen, jucken oder brennen. Da es mehrere Formen der Bindehautentzündung gibt (bakterielle, allergische oder mechanische Bindehautentzündung), die alle unterschiedlich behandelt werden müssen, ist ein Arztbesuch immer erforderlich.

Plötzlicher Kindstod

Der Plötzliche Kindstod ist zwar keine Krankheit, sondern vielmehr eine Diagnose, wenn ein gesundes Baby unter einem Jahr ohne Vorwarnung stirbt, jedoch sind davon in Deutschland jährlich ca. 300 Babys betroffen und damit ist er die häufigste Todesursache bei Säuglingen. Plötzlicher Kindstod wird ausgelöst durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren wie z. B. Störungen der Atmung oder des Blutdrucks. Er betrifft vor allem Babys zwischen dem dritten und dem vierten Lebensmonat und ereignet sich meistens im Schlaf. Eltern können einige Dinge tun, um das Risiko für ihr Baby zu senken, aber es gibt keine Möglichkeit, den Plötzlichen Kindstod zu verhindern.

Neugeborenenakne

Neugeborenenakne, auch Babyakne genannt, kann schon von Geburt an auftreten oder sich im Laufe der dritten oder vierten Lebenswoche entwickeln. Rund 20 Prozent der Säuglinge sind von den kleinen roten Papeln und Pusteln mit gelblichen Knötchen vorwiegend auf Wangen, aber auch dem Kinn, der Stirn und der Brust betroffen. Behandelt werden sollte eine Neugeborenenakne aber nicht, denn sie verschwindet normalerweise genauso schnell wie sie aufgetaucht ist. Unnötige Cremes oder andere Mittelchen würden die zarte Säuglingshaut nur reizen, das Ausmaß vergrößern und die Heilung behindern.

Säuglingsakne

Im Gegensatz zur Neugeborenenakne bleibt die Säuglingsakne deutlich länger bestehen und entwickelt sich meist zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat. Die kleinen, roten Pusteln mit gelblichen Knötchen im Mittelpunkt und Mitesser im Wangenbereich treten besonders bei Jungen auf und sind häufig ein Vorbote für Akne in der Pubertät. Leider hinterlässt die Säuglingsakne meist Narben, weshalb sie nicht alleine behandelt werden sollte, sondern immer einer ärztlichen Therapie bedarf. In einigen Fällen heilt sie auch von alleine wieder ab.

Hautgrieß (Milien)

Hautgrieß oder auch Grießkörner genannt, sind kleine weiße Pünktchen, welche sich vorwiegend im Bereich der Augen und der Nase entwickeln. Sie können bereits kurz nach der Geburt auftreten oder sich im Laufe des ersten Lebensjahres äußern. Milien sind grundsätzlich harmlos und verschwinden von alleine wieder.

Windeldermatitis

Fast jedes Baby erleidet mindestens einmal einen Windelausschlag bzw. eine Windeldermatitis. Diese Entzündungserscheinungen im Windelbereich zeigen sich meist in der Umgebung des Afters, der Leisten, des Unterbauchs und der Genitalien. Die Haut ist gerötet, schuppt sich oder nässt sogar. Auch Bläschen, Pusteln, und Krusten sind nicht selten. Ursache für eine Windeldermatitis sind reizende Stoffe aus Urin und Stuhl sowie das feucht-warme Klima der Windel. Diese Faktoren begünstigen die Besiedelung durch Bakterien oder Pilze und beschädigen die zarte Babyhaut. Jedoch können Eltern einiges dafür tun, um eine Windeldermatitis vorzubeugen bzw. die Symptome zu lindern.

Storchenbiss

Ein Storchenbiss ist eine harmlose, rötliche Hautveränderung, die meist im Nacken aber auch auf der Stirn, den Augenlidern oder der Nasenwurzel auftritt. Im Vergleich zum Blutschwämmchen ist der Storchbiss nicht erhaben sondern glatt, klar umgrenzt und besitzt eine unregelmäßige Form. Auch wenn er von Geburt an besteht, muss er nicht behandelt werden, da er in der Regel in den ersten drei Lebensjahren des Kindes von alleine verschwindet. In einigen Fällen bleibt der Storchenbiss allerdings ein Leben lang sichtbar. Der Name stammt aus dem Volksmund und bezeichnete die Stelle, an der der Storch das Baby im Schnabel hatte und zu den Eltern trug.

Milchschorf und Kopfgneis

Milchschorf und Kopfgneis sehen sich zwar in ihrem äußeren Erscheinungsbild sehr ähnlich, sind aber grundsätzlich zwei verschiedene Erkrankungen, welche nicht verwechselt werden sollten. Milchschorf äußert sich ab dem dritten Lebensmonat in Form von harten, gelblichen, manchmal auch nässend, verkrusteten Schuppen auf der Kopfhaut. Gelegentlich kann er auch auf der Stirn, hinter den Ohren oder den Augenbrauen auftreten. Die borkigen Schuppen können stark jucken und ein möglicher Vorbote der Neurodermitis sein. Kopfgneis hingegen (Seborrhoisches Ekzem) kann nicht nur am Kopf sondern auch am Körper auftreten und verursacht keinen Juckreiz. Die gelbliche, schuppige Hautreizung wird auf der behaarten Kopfhaut innerhalb von wenigen Wochen zu einer graubraunen, festen Haar- und Hautverklebung. Zudem tritt der Kopfgneis meist schon in der ersten oder zweiten Lebenswoche auf und bildet sich bereits in den ersten drei Monaten wieder zurück. Im Gegensatz zum Milchschorf, dieser muss mit einer einfachen Basispflege behandelt werden, damit das so genannte Säuglingsekzem vollständig abheilt. Meistens kann nur der Kinderarzt Milchschorf und Kopfgneis genau voneinander unterscheiden.

Neurodermitis bei Babys

Etwa 10 bis 12 Prozent aller Babys und Kleinkinder leiden unter Neurodermitis, wobei über die Hälfte (60 Prozent) der Hauterkrankungen bereits im Säuglingsalter beginnt. Das Hautbild ist gekennzeichnet durch gerötete, entzündete mit Krusten bedeckte Hautstellen, vorwiegend in den Armbeugen, Kniekehlen, am Hals und im Gesicht. Durch den ständigen Juckreiz und den bleibenden Kratzspuren kommt es im weiteren Verlauf meist zu entzündeten Hautstellen und einer Verdickung und Vergröberung der Hautfalten. Jedoch kann man eine Neurodermitis mit konsequenter Behandlung gut in den Griff bekommen. Bei sehr frühem Beginn der Erkrankung bessert sich zudem die Neurodermitis häufig bis zur Einschulung.

Soor (Mundsoor, Windelsoor)

Soor wird durch den weißen Hefepilz „Candida albicans“ verursacht und zeigt sich im Mund- und Windelbereich. Mundsoor äußert sich durch weißlichen, festsitzenden Belag auf der Mundschleimhaut und der Zunge (erinnert an Milchreste) und betrifft vorwiegend Säuglinge unter drei Monaten. Windelsoor dagegen zeigt sich in den ersten sechs Lebensmonaten mit rötlichen Pusteln, Pickeln und offenen Hautstellen im Windelbereich. Rechtzeitig und richtig behandelt, ist eine Soor-Erkrankung in der Regel harmlos und kann sich nicht weiter ausbreiten. Die Behandlung sollte allerdings unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Zahnen

Während man bei manchen Babys das Zahnen gar nicht mitbekommt, können andere wiederum sehr stark darunter leiden. Quengeln, Fieber, Unruhe, Appetitlosigkeit, Schlafprobleme oder ein wunder Po sind typische Begleiterscheinungen des Zahnens. Den ersten Zahn bekommen die meisten Babys um den sechsten Lebensmonat herum und vorwiegend im Unterkiefer. Allerdings ist es nicht ungewöhnlich, wenn sich der erste Zahn erst mit einem Jahr zeigt oder aber schon mit drei Monaten durchbricht. Erkennen lässt sich das Zahnen durch geschwollenes Zahnfleisch, ein erbsenartiges, sehr hell schimmerndes Bläschen auf dem Kiefer und verstärktes Sabbern des Babys.